Max is leaving the House

  • Ich habe eine kleine Firma und bei mir läuft fast alles über Email oder teils noch mit Fax (wegen des Echtheitsnachweises). Geschäftskorrespondenz über Messenger? Würde ich nie machen, auch wegen der DSVGO. Zusätzlich nutze ich schon seit Jahren Mailstore, damit sichergestellt ist, dass die Emails richtig gesichert werden.


    Privat nutze ich Email auch noch fast ausschließlich. Das Smartphone-Gezappel mit Chat usw. ist nicht so mein Ding. Bei Telegram und Wire habe ich mich mal angemeldet, auch Threema kenne ich, aber am liebsten nutze ich immer noch die gute alte Email mit TheBat :-)

  • Bei mir (Firma) findet die Kommunikation niemals über Messenger statt, da diese nicht für die Einhaltung des Datenschutzes und der Vertraulichkeit garantieren können. Ich benutze dazu verschlüsselte Mails S/MIME bzw. GnuPG. Wenn nötig auch Fax.

    The Bat! Pro 9.x BETA (32bit) | Win 10 Pro x64 | GnuPG 2.2.x | XMP + Regula


    Wer mich Er oder der Drache nennt, bekommt von der Drachin Pratze und Feuer zu spüren.

  • Kann man ewig hin- und herdiskutieren, aber der Trend ist doch eindeutig: eMails sind (immer noch) das Medium der Wahl, wenn es um Archivierbarkeit und Dokumentierung geht (also insbesondere im beruflichen, aber auch ehrenamtlichen Umfeld). Im privaten Bereich haben aber die Messenger den Mail-Clients längst den Rang abgelaufen, weil man damit schnell und unkompliziert Nachrichten samt Fotos, Textdiktaten und Videos erstellen, versenden und teilen kann.


    Ja, ich kann am immer-dabei-Smartphone auch eMails erstellen/beantworten und tue das auch (mit FairEmail), aber fast immer greife ich zum Messenger (in meinem Fall nurmehr Telegram), weil das viel schneller und intuitiver geht, viel schöner ausschaut und weil das Gros der darüber ausgetauschten Botschaften nur von temporärer Relevanz ist und nicht zwingend archiviert werden muß.


    Als Mail-Fundamentalist sieht man das anders, das ist mir schon klar, weil ich früher auch so einer war und Messenger generell für neumodischen Mumpitz hielt. Als ich mich dann vor ein paar Jahren in der Flüchtlingshilfe engagieren wollte, mußte ich WhatsApp (und parallel dazu Telegram) ausprobieren, weil die Zielgruppe anders gar nicht zu erreichen war/ist. Ich bin dann sehr schnell auf den Geschmack gekommen, möchte Messenger nimmer missen und das (private!) Mailaufkommen ist seither sehr stark zurückgegangen...


    Ich beobachte das bei vielen Freunden und Bekannten, und damit schrumpft der Markt für die Anbieter von Mail-Clients rapide, zumal Mobilgeräte (Smartphones und Tablets) ja bereits mit vorinstallierten Programmen kommen, die den meisten Leuten durchaus genügen.


    Beste Grüße,

    Ralph

  • Wischphonetastaturen sind zum Tippen von allem, was länger ist als eine SMS, sehr, sehr ungeeignet. Ich beneide ja Menschen, deren Kommunikation sich auf höchstens zwei Sätze am Stück beschränkt...

  • Ich nicht, da selbst zur Weitschweifigkeit neigend. Daher diktiere ich meist meine Telegram-Botschaften dem Handy und lasse sie on-the-fly in Textnachrichten konvertieren. Funktioniert hervorragend (inklusive Interpunktion), nur hier und da muß ich gelegentlich vor dem Abschicken noch händisch nachbessern (wenn es z.B. nach einem Abkürzungspunkt eben nicht mit einem Großbuchstaben weitergehen soll). Zu meinem eigenen Erstaunen funktioniert die Texterkennung sogar dann noch, wenn ich z.B. im Zug aus Diskretionsgründen nur ganz leise ins Mikrofon flüstere.


    Will sagen: Auch längere Botschaften kann man heutzutage verrenkungslos unterwegs verfassen. Übrigens braucht man darüber keine Glaubenskriege zu führen, denn man kann ja das eine tun (unterwegs messengern), ohne das andere zu lassen (daheim Mails von epischer Länge am amtlichen IBM-Keyboard von 1984 zu verfassen).


    Aufmunternde Grüße,

    Ralph

  • Menschen, die im Zug in ihr Smartphone reinsprechen, sind mir bei jeder Lautstärke eine Last, aber das ist natürlich Geschmackssache... ;)

    Ich neige auch nicht dazu, druckreif zu sprechen, insofern wäre das für mich auch keine Lösung. Schriftlich formuliere ich - fast immer - wesentlich geschliffener. Ich möchte auf keinen Fall irgendwann den Punkt erreichen, an dem meine Sprache sich in Kurztextjargon verliert und ich Emojis für Satzzeichen halte, wie es leider zusehends üblicher ist. Wenn ich diktieren müsste, würde aber wahrscheinlich genau das passieren, gerade im Freundeskreis.


    Daher ist Spracherkennung etwas, was ich grundsätzlich nicht nutze.


    daheim Mails von epischer Länge am amtlichen IBM-Keyboard von 1984 zu verfassen


    Es spricht ja (außer Komfort) auch wenig dagegen, einen mobilen Rechner (ich schätze inzwischen mein MacBook für seine Tragbarkeit sehr!) mit einer anständigen Tastatur auszustatten, auch nicht im Zug. Lautes Tippen ist auch nicht nerviger als lautes Gesülze. Aber auch das ist - wie leider selbst bemerkt - Geschmackssache.


    (Getippt auf meinem IBM Model F. Von 1981.)

  • Ich weiß nicht, warum Ihr überwiegend davon ausgeht, dass man für WhatsApp und andere Messenger unbedingt sein Handy verwenden MUSS. Ich mache so gut wie alles auf dem PC, da habe ich 10 Finger zum Tippen zur Verfügung. Es ist immer noch bequemer als eine e-Mail. Unterwegs mit dem Handy versende ich nur im äußersten Notfall irgendwelche Texte. Vielleicht mal als Beschreibung zu einem Foto, das ich jemandem schicke.

  • Ich rede jetzt nur vom privaten Umfeld, also keine geschäftlichen e-Mails, nur Kontakte mit Leuten, die ich privat kenne.
    Da brauche ich mir keine großen Gedanken machen um Anrede, Gruß und so weiter. Ich plappere einfach drauflos. Das können auch mehr oder weniger zusammenhanglose Sätze sein.
    Wenn ich jemandem zum Geburtstag gratulieren will, einfach der Geburtstagswunsch, ein paar Emojis drumrum oder einen schönen Gif-Anhang, fertig.

    Als e-Mail muss ich mir immer Gedanken machen, wie ich das optisch schön darstelle, damit das leere, weiße "Blatt" einigermaßen gefüllt wird und dem Anlass entsprechend aussieht. Emojis sind grauenhaft und Gif-Bilder gehen gar nicht.

  • Im privaten Bereich haben aber die Messenger den Mail-Clients längst den Rang abgelaufen

    Und eben darum ging's doch im Interview mit Stefan und eben das habe ich zitiert sowie aus eigener Erfahrung bestätigt. Aber einige hier wollen das wohl nicht glauben und zitieren gerne Beispiele aus dem beruflichen Umfeld, zu dem jedoch auch schon alles gesagt wurde. Im Ergebnis sollte daher jeder bei seiner Meinung bleiben.

  • Ich weiß nicht, warum Ihr überwiegend davon ausgeht, dass man für WhatsApp und andere Messenger unbedingt sein Handy verwenden MUSS. Ich mache so gut wie alles auf dem PC, da habe ich 10 Finger zum Tippen zur Verfügung. Es ist immer noch bequemer als eine e-Mail. Unterwegs mit dem Handy versende ich nur im äußersten Notfall irgendwelche Texte. Vielleicht mal als Beschreibung zu einem Foto, das ich jemandem schicke.


    Guter Punkt, ich schreibe meist auch am PC: Telegram ist via Browser (web.telegram.org) sehr kommod zu bedienen. Das Beste aber: Egal ob PC, Tablet, Handy oder sonstwas, dank bestens funktionierender Echtzeit-Synchronisation zwischen allen Geräten kann ich am einen Gerät nahtlos fortsetzen, was ich an einem anderen als Entwurf begonnen habe. Das gibt's bei eMail nicht, allenfalls erheblich umständlicher.


    Ich will aber niemanden zu irgendwas bekehren, ein(e) jede(r) möge sich mit den eigenen Lieblingswerkzeugen verlustieren. Problematisch wird's wie immer erst dann, wenn man andere Leute mit anderen Meinungen und Präferenzen per se als deppert ansieht...


    Beste Grüße,

    Ralph

  • Und eben darum ging's doch im Interview mit Stefan und eben das habe ich zitiert sowie aus eigener Erfahrung bestätigt. Aber einige hier wollen das wohl nicht glauben und zitieren gerne Beispiele aus dem beruflichen Umfeld, zu dem jedoch auch schon alles gesagt wurde. Im Ergebnis sollte daher jeder bei seiner Meinung bleiben.

    Genau - und dabei sollten wir es nun auch belassen. ;)

    Die meisten Menschen sind bereit zu lernen, aber nur die wenigsten, sich belehren zu lassen.
    Winston Churchill

  • Eins muß ich noch loswerden: Ich habe heute schon mit der Mutter, der Quasi-Schwiegermutter und einer Freundin von uns kommuniziert, allesamt Damen jenseits der 80. Ging ausnahmslos über Telegram. Muttern fragte schon früh um 8 Uhr nach, wann ich ihr denn endlich die ausgeliehene Akku-Gartenschere wiederzubringen gedenke, die Mutter der Lebenspartnerin schickte aus 350 km Entfernung mit der Bitte um Rat ein Foto vom kleinen Wespennest unter dem Deckel ihrer blauen Altpapiertonne, die liebe Freundin (die älteste von den Dreien) sandte eine anrührende Sprachnachricht (was sie als segensreiche Einrichtung empfindet, da sie wegen Tremors/Parkinson nicht mehr gut tippen kann)...


    Alle drei wüßten mit Mailprogrammen gar nicht umzugehen, zu viele Bedienungsschritte, zu kompliziert, zu umständlich (zumal, wenn man Bilder, Videos oder Tonaufnahmen mitschicken wollte). Aber den Messenger im Handy oder auf dem Tablet, den können sie bedienen! Und auch für uns Nachgeborene ist es praktisch und bereichernd, solcherart vermehrt Kontakt halten und "Nähe auf Distanz" herstellen zu können, wenn gerade ein Problem ansteht, man aber gerade keine Zeit für ein Telefonat hat (weil man beispielsweise unterwegs, im Büro in eine Telekonferenz oder generell in einen anderen Kontext eingebunden ist und sich nicht mal eben ausklinken kann).


    Ich bin fleißiger eMail-Schreiber und Fledermaus-Lizenzinhaber seit der Version 1.x von anno dunnemals, aber so wie die aufkommende Mailerei mein Aufkommen an Papier-Briefpost beeinträchtigt hat, so gehen jetzt die über Messenger verschickten Botschaften stark zu Lasten des Mail-Volumens. So ist das halt...


    Beste Grüße und sonnige Tage,

    Ralph